Glühbirne: Fehler sind dazu da, sie zu korrigieren

Gepostet in Allgemein am 5. September 2012

Die im Februar 2009 von der EU Kommission beschlossene Verordnung war immer schon umstritten. Schon meine Vorgängerin als oberösterreichische EU Abgeordnete, Maria Berger zeigte 2008 die Schwächen der Verordnung auf und bemühte sich gemeinsam mit Hannes Swoboda um eine Verschiebung des Beschlusses bis nach Inkrafttreten des Lissabon Vertrages, weil dann auch das Parlament mitentscheiden hätte können.  Die Verordnung wäre in dieser Form sicherlich nie in Kraft getreten.

Ersatzprodukt als Umweltkiller

Die wenig geliebten Energiesparlampen als Ersatz für die Glühbirnen sind mittlerweile über 20 Jahre auf dem Markt. Sie sind technisch so weit ausgereift, dass sie nur mehr sehr gering verbessert werden können. Der Vorteil der Energiesparlampen liegt in ihrer langen Lebensdauer und der besseren Energieeffizienz. Diese wird in einer Skala von A bis G gemessen. Herkömmliche Glühbirnen liegen jenseits der Klassifizierung “C”, die ab September die Grenze des Erlaubten darstellt.

Die Nachteile der Energiesparlampe sind ebenso evident.  Vor allem wird  der Quecksilbergehalt bemängelt. Der Einsatz von Quecksilber wurde in anderen Bereichen, wie z.B. beim Fieberthermometer, von der Kommission zu Recht verboten. In der als Umweltmaßnahme bezeichneten Verordnung zur Haushaltsbeleuchtung wird aber nun Quecksilber im großen Stil zurück in die Haushalte der EuropäerInnen gebracht.

Joe Weidenholzer mit Glühbirne

Auch das “kalte” Lichtspektrum der Lampen, die Anlaufzeit, die Kosten und natürlich die geringe Rücklaufquote bei der Entsorgung der Lampen werden als Kritikpunkte angeführt. Die Energiesparlampen müssen wie Sondermüll entsorgt werden. Derzeit werden nur etwa 10-20% fachgerecht entsorgt. Hier handelt es sich um Produkte, die “nicht direkt mit den Händen” angefasst werden sollen und wo man, nach dem sie aus irgendeinem Grund zerbrochen sind,  anschließend  “den Raum 30 Minuten lüften” soll.

Die hinter der Verordnung stehende Intention war ursprünglich gut gemeint. Niemand kann dagegen sein, Energieverbrauch und Abgase zu reduzieren. Die Kommission hat eine überholte Technologie durch eine andere, ebenso überholte ersetzt und wie so oft nur den Interessen der großen Konzerne nachgegeben.

Josef Weidenholzer wird in den nächsten Wochen, gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen im Parlament darauf hinwirken, die Verordnung rückgängig zu machen und vernünftigere Alternativen zu ermöglichen.