Weidenholzer: Den Hass im Netz abdrehen

Gepostet in Allgemein am 12. Januar 2017

S&D-Vizepräsident organisiert Veranstaltung gegen Onlinegewalt

Das Internet ist eine Erfolgsgeschichte. Es hat den Zugang zu Bildung, Wissen und Information weltweit weiter demokratisiert. Aber es gibt auch eine dunkle Seite. Hass im Netz ist viel schneller geäußert als im persönlichen Gespräch und findet oft eine enorme Verbreitung. „In gesellschaftlich polarisierten Zeiten steigt der Pegel an Hass im Netz. Dem müssen wir entschlossen entgegentreten“, sagt Josef Weidenholzer, der Sprecher für Digitales der SPÖ-EU-Abgeordneten. „Die Kommission hat mit der freiwilligen Verpflichtung für Social-Media-Unternehmen bereits einen ersten Schritt gesetzt. Aber wir müssen weiter gehen und klare gesetzliche Regelungen gegen Hass im Netz schaffen, ohne die IT-Unternehmen dabei zu einer Art Privatpolizei und Netzzensurbehörde zu machen.“

Hass im Netz ist ein Thema, das Frauen besonders betrifft. Laut dem UN-Bericht Cyber Violence against women and girls“ haben72 Prozent aller Frauen bereits Erfahrung mit Cyber-Gewalt gemacht. „Ich unterstütze die Initiative von Staatssekretärin Munar Duzdar, misogyner, xenophober und homophober Gewalt im Netz entgegen zu treten. Es ist wichtig, dass wir diese Debatte aber auch ins Europäische Parlament tragen“, betont Weidenholzer.

„Als Vizepräsident der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament organisiert ich am Mittwoch einen Workshop zum Thema im EU-Parlament“, sagt Josef Weidenholzer. Als Rednerin ist unter anderem die vielfach preisgekrönte Journalistin Ingrid Brodnig geladen, die Strategien aus ihrem aktuellen Buch „Hass im Netz“ vorstellen wird, wie man sich gegen die Onlinegewalt wehren kann.

„Mit dieser Initiative möchte ich dazu beitragen, dass das Thema Hass im Netz auf europäischer Ebene den Stellenwert bekommt, den es verdient. Freiwillige Vereinbarungen genügen schlicht nicht mehr, um den Hass im Netz abzudrehen. Unternehmen müssen gesetzlich verpflichtet werden, illegale Inhalte zu beseitigen. Hier erwarte ich mir gesetzgeberische Initiativen. Es braucht klare Grenzen, was im Internet erlaubt ist“, schließt Josef Weidenholzer.