Christkind „made in China“

Gepostet in Allgemein am 19. Dezember 2018

Was soll für die Kleinen unter dem Weihnachtsbaum liegen? Diese Frage beschäftigt alle Jahre wieder Familien in ganz Österreich. Die meisten Kinderzimmer sind zum Bersten mit Spielzeug gefüllt. Oft mit Produkten die unter menschenverachtenden Bedingungen in Fernost hergestellt werden. 85 Prozent des Spielzeugs, das in Europa verkauft wird, wurde in China erzeugt, kostengünstig und schnell, häufig auch durch Kinderarbeit. Zumindest in puncto Sicherheit müssen Spielsachen, die innerhalb Europas verkauft werden, alle EU-Standards erfüllen. Spielzeug ohne das europäische Prüfzeichen CE sollten gar nicht gekauft werden.

Gefahr im Internet

Allerdings werden Puppen und Co. immer häufiger über das Internet auch von Privatpersonen direkt in China bestellt. Hier gibt es weder Garantien für Qualität, Schadstoffe, Sicherheit oder die Einhaltung der Menschenrechte in den Fabriken. „Es ist ein schrecklicher Gedanke, dass wir die eigenen Kinder mit Spielzeug beschenken, für das andere Kinder leiden mussten“, sagt EU-Abgeordneter Joe Weidenholzer. Als Beauftragter für Menschenrechte und Verbraucherschutz setzt er sich für eine strengere Überprüfung der Hersteller ein und gegen die Einfuhr von Produkten, die durch Kinderarbeit erzeugt wurden. Im Schnellwarnsystem der EU (RAPEX), für gefährliche Produkte, gehörten Spielsachen im Vorjahr zu den meistgemeldeten Artikeln. Ein Spitzenreiter der letzten Monate war der beliebte Fidget Spinner. Meist wird Spielzeug wegen Verletzungsgefahr oder gefährlichen Chemikalien, wie Weichmachern aus dem Handel genommen. Aber auch drohende Hörschäden gehören zum Gefahrenpotenzial. Jede Woche werden rund 50 Warnmeldungen erfasst und im Internet veröffentlicht.

Spielzeug aus Europa

Neben dem Kauf von Spielzeug, das zur Gänze in Europa produziert wurde, kann sich bei der Suche nach Geschenken eine Reise in die eigene Kindheit lohnen. Wer mit den Kindern schon einmal einen Ausflug auf den Dachboden gemacht hat, weiß wie fasziniert sie von den Schätzen der Vergangenheit sind. Vielleicht könnte ein Spielzeug aus der eigenen Kindheit ein zweites Leben unter dem Christbaum beginnen. Das schont die Umwelt, den Geldbeutel und die beim Einkaufen gesparte Zeit, kann in wertvolle Spielzeit verwandelt werden. Ganz nach dem Kinderfreunde-Motto „Mein Zimmer ist mit Spielzeug voll, schenk mir Zeit das wäre toll“.